Blogstart – Betroffenheit

Mein erster Tag als Blogger.
Werde ich jeden Tag bloggen, wie ich es mir vorgenommen habe? Taggedanken, war das Wort, das mir einfiel, als ich heute die google news gelesen habe. In Bregenz wurde gestern ein Kleinkind erschlagen. Was macht das mit mir? Was fühle ich? Betroffenheit. Betroffenheit ohne Ventil. Wo soll ich hin mit den Gedanken, die mir dazu durch den Kopf gehen? Ich weiß es nicht, daher greife ich zu wordpress. Vielleicht liest es wer da draußen. Vielleicht gibt es mehr Menschen, die das Gefühl haben, wir müssten bessere Menschen werden. Natürlich jetzt kann man eine Hasstirade auf den Täter anstimmen. Doch hilft das? Hilft das irgendwem? Betroffenheit schlägt leicht in Hass um. Doch kommen wir damit auch nur einen winzigen Schritt weiter? Aber wie kommt man weiter. Was ist zu tun? Gibt es etwas zu tun?
Angesichts der tausend Missstände in der Welt bin ich so klein. Was nützt meine Betroffenheit? Aber haben nicht immer schon Menschen aus ureigenster Betroffenheit Großes erreicht?
Was ist mit Hermann Gmeiner, hat er nicht aus eigener Betroffenheit – nämlich Betroffenheit im wortwörtlichsten Sinne – die Kinderdörfer gegründet. Was wäre gewesen, wenn er sich auch zu klein gefühlt hätte? Er war betroffen indem er die Mutterlosigkeit am eigenen Leib erfahren hatte. Das wollte er anderen Kindern ersparen.
Doch wenn man im Freundeskreis so etwas äußert finden sich immer Millionen von Argumenten, warum es bei ihm oder bei anderen, wie zum Beispiel bei Karl-Heinz Böhm etwas Anderes war. Es war eine andere Zeit, oder er war berühmt.
Warum sind Menschen – Freunde auch – immer so schnell bei der Sache solche Gedanken vom Tisch zu wischen.
Ich trau mich gar nicht mehr zu äußern, dass ich gerne was tun möchte gegen das Elend in der Welt.
Immer sitzt wer am Tisch der erklärt, warum es nicht geht, oder warum es nicht sinnvoll ist.
Vielleicht ist gerade das die Herausforderung. Nicht zu warten, bis es jemand gut findet, sondern einfach tun.
Applaudieren tun die Menschen eh erst hinterher. Aber geht es um den Applaus? In der Sache naürlich nicht. Aber es fällt schwer etwas anzufangen, wenn keiner es gut findet. Das kostet Mut. Sehr viel Mut. Und es macht so verdammt einsam. Aber bin ich das jetzt nicht auch? Zumindest in dieser Sache?
Es gibt so viel zu tun. Und da ist er wieder der Gedanke: Ich bin so klein. Wo soll ich beginnen?
Bringt mich dieser wordrap weiter?
Betroffenheit. Dieses Wort sagt viel aus. Man kann keine Betroffenheit fühlen, wenn es einen nicht selbst trifft – betrifft. Aber betrifft mich nicht alles, das in der Welt geschieht.
Rudolf Steiner hat – glaub ich – sinngemäß diesen Satz gesagt: Menschen werden zukünftig nicht mehr glücklich sein können, solange sie wissen, dass andere Menschen unglücklich sind.
Das trifft mein Gefühl am ehesten. Auch wenn meine Welt gerade in Ordnung ist, weiß ich doch, dass genau in diesem Augenblick die Welt für Millionen andere Menschen NICHT in Ordnung ist. Sie verhungern, sie sterben an vermeidbaren Krankheiten, sie leiden unter Lieblosigkeit, sie frieren – körperlich und seelisch – und da soll ich sitzen und mich meines Glückes freuen? Wie soll das gehen? Wenn ich das doch alles weiß?
Aber verzweifeln ist auch keine Lösung. Manchmal spreche ich mit Gott und frage ihn, warum ich ständig das Gefühl habe, all den Mist den ich nicht alleine verbrochen habe, wieder gut machen zu müssen.
Aber er gab mir bislang dazu keine Antwort.
Warum können andere Menschen einfach ihr Leben genießen? Ist es fortschrittlicher so zu denken und zu empfinden wie ich? Auf jeden Fall ist es anstrengender.
Und bis jetzt habe ich nicht ernsthaft etwas gegen das Elend da draußen unternommen.
Doch, ein paar Kleinigkeiten. Ich esse wieder kein Fleisch mehr, ich schenke Bettlern auf der Straße ein wenig Geld, ich habe Pakete gepackt für Weihnachten im Schukarton. Doch das ist so verdammt wenig!
Vielleich finde ich den Weg, indem ich das alles aufschreibe.
Nur, wird das wer lesen wollen? Wollen wir nicht alle liebr lustige Dinge lesen? Vielleicht schreibe ich an anderen Tagen Lustiges. Heute ist Betroffenheit angesagt.

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6 Responses to Blogstart – Betroffenheit

  1. Rajiv says:

    hey buddy,
    Thanks to Google translator, I read yourblog. Very interesting writeup and a genuine concern.
    rajiv
    http://rrajiv.wordpress.com

  2. Hallo,
    ich habe deinen Blogstart über dailypost entdeckt. Dein Start klingt vielversprechend und sehr nachdenklich. Ich bin gespannt auf weitere Tagesgedanken und die daraus resultierenden Schritte von dir.
    eine gewöhnliche Frau aus Berlin

  3. Rajiv says:

    hey manu,
    Are you writing today. C’mon buddy 🙂 waiting for your post
    cheers
    http://rrajiv.wordpress.com

  4. Rajiv says:

    hey what happened?
    mailed you chk it out
    take care

  5. Found your blog via the homepage and read your reflective post with interest. Although I read it in the original German, I am able to express myself more easily in English. You have raised some good questions, and reconfirm John Donne’s point from long ago that none of us is an island, and that what happens to one individual really does in fact impact everyone.

    You may have heard the story of the old man who went to a beach after a storm, and noticed how hundreds upon hundreds of sand dollars had been thrown onto the beach by the powerful surf. So the man began to gather them as he saw them, and then he headed back to the water’s edge to throw them into ocean. He returned to the beach, gathered some more, and then threw them back into the ocean again.

    A younger man, who had also stepped outside after the storm, watched this for some time. As the old man walked near him, the young man spoke up, “You will never get them all back into the water. So why trouble yourself?”

    The old man held out the sand dollar he had just picked up and replied, “I may not be able to rescue all of them, but this one will be a surviver,” and he continued gathering more sand dollars.

    Quite possibly an urban legend, the story makes a good point that while the vastness of the needs and challenges are sometimes overwhelming, there is a little something that everyone can do to make a difference. And recognizing that this is so, I am quite sure will actually make a difference in the long run. That is not intended to be a pat, easy answer. However it is probably a starting point, as you say.

    And as for God, I believe he also is grieved with the troubles in this world, and the very fact that you are not responsible to fix them all is perhaps the reason for his silence to your question. Perhaps. Because I do believe he hears you when you speak to him. Perhaps you could ask another question? Just a thought.

    In any event, thank you for posting something which “betreffs” everyone. Keep on posting and sharing your thoughts, whether reflective or lighthearted! Jeder kann hin und wieder mal ein gutes Wort gebrauchen.

    • taggedanken says:

      Thanks für your interesting comment. Yes, I know this story. And it ist quite true. But it would be very easier, to do anything, whicht has a complete result. It needs much more courage to do anything just in a part. But cause we are all just only humans we normally do things in this way. But sometimes I dont`t want to start cauuase of this reason. This is what I am thinking about.

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